Aber dafür dort.
17 Mai
Dieser Tage kann ich oftmals kaum glauben, dass die Dinge sind wie sie sind.
Die anders gestellten Möbel in der Wohnung. Der unglaublich wunderbare Katzer. Das Schnäppchenglück auf dem Flohmarkt. Das neue Mobiltelefon. Das grandiose Patenkind. Der neue Job mit nun unbefristetem Arbeitsvertrag. Die Pläne für Neuwerk, British Flair und London. Der völlig selbstverständlich bewilligte Urlaub für familiäre Angelegenheiten. Das kommende Wochenende. Das Wiedersehen mit der Besten nach einem Jahr.
Und vor allem: ER!
13 Mai
Wir haben bei der Arbeit ja nun ein bisschen mehr mit dem Ausland zu tun. Skandinavien und so… Ich persönlich beherrsche keine einzige der skandinavischen Sprachen, was erstmal nicht weiter schlimm ist. Wenn ich tatsächlich mal eine sehr skandinavische Email in meinem Postfach finde, dann ist sie sowieso nur weitergeleitet und beinhaltet in der Regel die entscheidenden Hinweise auch noch irgen,wo in einer mir verständlicheren Sprache. Hin und wieder mache ich mir dann den Spaß, den Originaltext mit einem der Übersetzungsprogramme aus dem Internet zu übersetzen. Das ist dann überwiegend interessant, aber mitunter sogar hilfreich. Emails sind also im Grunde überhaupt kein Problem, irgendwie versteht man das schon und zur Not kann man ja einfach ein paar Minuten länger darüber nachdenken.
Am Telefon wird das schon schwieriger. Die Anrufe aus Finnland und Dänemark trudeln meistens auf dem Nachbartelefon ein, das die Stimmen nur sehr gedämpft wiedergibt. So gesehen ist es eigentlich kein Wunder, dass gewisse Kollegen ihre Gespräche mit diesen Landsmännern geradezu schreiend führen. Aber auch abgesehen von der mangelnden Lautstärke können diese Herren oft nur schwer verstanden werden. Dafür ist es dann wirklich immer herzallerliebst, wenn die Dänen Deutsch sprechen. Wohingegen ich die Finnen irgendwie nur schwer verstehen kann, vor allem der Gesprächsauftakt gleicht für mich grundsätzlich einem Sprachbrei, der den Namen der sprechenden Person verschluckt.
Am allerliebsten aber sind mir die Deutsch sprechenden Niederländer. Es gibt kaum etwas, was ich lieber höre als dieses niederländisch eingefärbte Deutsch. Und damit kriege ich jetzt endlich die Kurve zum eigentlichen Thema. Hin und wieder habe ich Gerard am Telefon. Gerard ist ein Brinki und natürlich Niederländer. Er ist ausgesprochen lustig. Die ersten paar Male witzelte er am Telefon nur über die von ihm gewünschten, aber abwesenden Gesprächspartner. Inzwischen werde auch ich angescherzt.
So auch heute. Er rief, ich ging ans Telefon und er sagte. „Mit Gerard… [....] Willst du mir heiraten?“
Ich wollte ihn vielleicht heiraten und er sagte. „Ok, in eineinhalb Stunden bin ich da.“
Dann witzelten wir ein bisschen über die beiden gerade abwesenden Kollegen. Ich verband ihn aus Versehen mit dem Geschäftsführer und dann wurde der arme Gerard einmal quer durch den ganzen Container verbunden. Ach, was haben wir uns amüsiert.
Irgendwie macht die Arbeit ja schon Spaß.