Vor einer kleinen Weile berichtete ich ja schon von dem Praktikum, welches mir gänzlich unerwartet angeboten wurde. Letztendlich entpuppte das vermeintliche Praktikum sich als Minijob, der jetzt im April wegen finanziellen Engpasses auf Eis gelegt werden musste. Nach dem Stand von letzter Woche sollte es – hoffentlich – im Mai wieder weitergehen, mit frischem Elan und neuen Projekten. Und dann war da noch diese eine Sache, die mich den April über beschäftigen soll.
Ebenfalls letzte Woche hatte ich nun endlichendlichendlich mein Auswertungsgespräch zu den von mir im November als Versuchskaninschen beantworteten Fragen zur ABC-Anaylse. Normalerweise sollte die Auswertung wirklich zeitnah erfolgen, da der Fragenkatalog immer eine Momentaufnahme zum Ergebnis hat. Bei mir lief das nun aus verschiedenen Gründen anders, was ich jedoch als Vorteil empfunden habe. Die Situation heute ist anders als die Situation im November, das Ergebnis aber ist nach wie vor zutreffend. Und es ist gewissermaßen niederschmetternd. Zwar geht es mir meinem eigenen Empfinden nach inzwischen wieder “gut”, tatsächlich aber ich aber noch immer vollkommen aus dem Gleichgewicht. So sehr, dass die Wiederherstellung meines persönlichen Gleichgewichts der Arbeitssuche auf der offiziell von den Ämtern abgesegneten Prioritätenliste ganz klar den Rang abläuft. Anders ausgedrückt: ich bin momentan einfach zu kaputt zum arbeten und soll mich erstmal eine Weile nur um mich selbst und mein Wohlbfinden kümmern.
Mit Wirkung von letztem Donnerstag also sah ich einem relativ entspannten Restmonat entgegen. Ich freute mich auf einen Ausflug in die Niederlande, auf einen Friseurtermin, meinen Geburtstag und die große royale Hochzeit. Ich wollte mein äußeres Umfeld in Ordnung bringen, um mein inneres Chaos ein wenig zu lichten. Schritt für Schritt dem großen Ziel entgegen und so… Nun ja, es kam anders. Natürlich kam es anders.
Am Sonntagabend ergab es sich, dass der Mann meiner Cousine in seiner Funktion als Geschäftsführer eine Krankheitsvertretung für die Leergutverwaltung suchte. Ob ich nicht am Montagvormittag mal reinschneien und mir das Ganze anschauen wollte. Das konnte ich natürlich unmöglich verneinen, und so fand ich mich dann am Montag in einem grünen Container auf einem großen Baumschulgelände wieder. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht den Hauch einer Ahnung davon, was der Mann meiner Cousine da überhaupt arbeitet und den Firmennamen hatte ich kurz zuvor auf dem Containerdach zum ersten Mal bemerkt.
Inzwischen weiß ich, was der Cousinenmann dort macht und was es mit dieser ominösen Leergutverwaltung auf sich hat. Ebenfalls weiß ich, dass ich seit Montagvormittag zunächst für die Dauer von zwei Monaten als kurzfristig beschäftiger Mensch in diesem grünen Container auf dem Gelände einer Baumschule arbeite. Ich. In einer Baumschule. Ich mag keine Pflanzen. Baumschule war ein für mich eher negativ behafteter Begriff. Doch ich arbeite nicht nur in einer Baumschule, ich arbeite auch in so einer kleinen Minispedition. Das wollte ich schon immer mal gemacht haben. In einer Spedition arbeiten, mir das einfach alles mal angucken. Jippie. Und das alles ganz ohne Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch.
Mit ein bisschen Glück werde ich im Anschluss an die zweite Monate kurzfristige Beschätigung dort “verhaftet”; wie der Herr Cousinenmann gestern nebenbei anmerkte. Ich glaube, mir könnte das gefallen. Es geht hoch her in diesem kleinen grünen Container. Die Atmosphäre ist … schwer zu beschreiben. Es ist chaotisch, hektisch, laut, familiär – irgendwie großartig. Ich arbeite so viel und so lange, wie ich es ohne ständige Betreuung durch den Erklärbären schaffe. Mal länger, mal weniger lang. Mein Kopf schwirrt. Ich schleppe mich nach getaner Arbeit vollkommen erledigt zum Auto und bin zufrieden damit. Das alles wrid sich irgendwie einpendeln. Und sobald es sich eingependelt hat, werden sich sicher noch genügend Zeitfenster für den eigentlich im Mai wieder einsetzenden Job auftun. Denn verzichten würde ich nur ungern darauf.
Ach, aber das alles ist noch Zukunftsmusik. Schöne.